Gallensäureverlustsyndrom: Handelt es sich um eine Störung der Gallensäuren im Verdauungssystem. Gallensäuren werden normalerweise im Dünndarm wieder aufgenommen und für die Fettverdauung erneut verwendet. Beim Gallensäureverlustsyndrom gelingt diese Rückaufnahme nicht ausreichend, wodurch zu viele Gallensäuren in den Dickdarm gelangen. Dies kann zu einer deutlichen Reizung der Darmschleimhaut führen und die normale Darmfunktion stören. Typische Symptome sind chronischer wässriger Durchfall, plötzlicher und starker Stuhldrang, Bauchkrämpfe, Blähungen sowie ein allgemeines Unwohlsein im Bauchbereich. Häufig treten die Beschwerden besonders nach fettreichen Mahlzeiten auf. Mögliche Ursachen können unter anderem eine gestörte Rückaufnahme im Dünndarm, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, operative Eingriffe im Darmbereich oder funktionelle Störungen des enterohepatischen Kreislaufs sein. In manchen Fällen bleibt die genaue Ursache unklar. Wird ein Gallensäureverlustsyndrom nicht erkannt und behandelt, kann dies langfristig zu einer chronischen Reizung des Darms, Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten sowie einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Auch eine Beeinträchtigung der Fett- und Vitaminaufnahme (insbesondere der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K) ist möglich. Im Stuhl kann das Gallensäureverlustsyndrom indirekt über eine erhöhte Fett- und Gallensäureausscheidung auffallen. Typisch sind voluminöse, fettige oder sehr weiche Stühle. Spezielle Stuhlanalysen können Hinweise auf eine gestörte Gallensäurenverwertung geben und zur Diagnostik beitragen.
Bauchspeicheldrüsenschwäch: Auch exokrine Pankreasinsuffizienz genannt, produziert die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Verdauungsenzyme. Diese Enzyme sind jedoch notwendig, um Fette, Eiweisse und Kohlenhydrate im Darm vollständig aufzuspalten und zu verwerten. Typische Symptome sind fettige, glänzende oder übel riechende Stühle, Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl nach dem Essen sowie Durchfall oder weicher Stuhlgang. Häufig kommt es zusätzlich zu ungewolltem Gewichtsverlust, obwohl die Nahrungsaufnahme unverändert ist. Auch ein Mangel an wichtigen Nährstoffen kann entstehen. Mögliche Ursachen sind chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, langjähriger Alkoholmissbrauch, Autoimmunprozesse, genetische Faktoren oder auch altersbedingte Veränderungen der Organfunktion. In manchen Fällen kann die Ursache auch in einer allgemeinen Verdauungsschwäche oder anderen Erkrankungen des Verdauungstrakts liegen. Wird eine Bauchspeicheldrüsenschwäche nicht behandelt, kann dies langfristig zu ausgeprägten Nährstoffmängeln, Gewichtsverlust, Muskelabbau und einer deutlichen Schwächung des gesamten Organismus führen. Besonders kritisch ist die unzureichende Aufnahme fettlöslicher Vitamine, was langfristig weitere gesundheitliche Probleme verursachen kann. Im Stuhl kann eine Bauchspeicheldrüsenschwäche durch einen erhöhten Fettgehalt auffallen. Typisch sind fettige, voluminöse, schwer abspülbare Stühle. Eine Stuhlanalyse kann Hinweise auf die Enzymaktivität der Bauchspeicheldrüse liefern und zur Abklärung beitragen.
